Krieg dem Spatzen? Das MKM im BR

Von Maos berühmter Kriegserklärung an den Spatz hat man vielleicht schon gehört: Weil er die Ernte wegfraß, wurde der kleine Vogel während des „Großen Sprungs“ kurzerhand zum Klassenfeind erklärt und im kommunistischen China millionenfach getötet – mit tragischen Folgen. Doch war diese Kampagne bei weitem kein Einzelfall: Manch ein vormoderner Europäer hätte Maos Entscheidung gewiss gutgeheißen.

Der Bayerische Rundfunk hat einen Beitrag der Bekämpfung des Spatzen gewidmet – und dafür auch mit Prof. Hirte vom Kriminalmuseum gesprochen. In einer Vitrine im Erdgeschoss der Dauerausstellung gibt es das passende Exponat dazu: Ein Edikt Friedrichs II. von Preußen von 1744. Darin fordert er seine Untertanen auf, jährlich eine bestimmte Menge Spatzen zu töten.

Der „Große Steuermann“ und der „Alte Fritz“ sind nur die berühmtesten Herrscher, die zur Tötung der kleinen Vögel aufriefen: Aus der Frühen Neuzeit sind für Europa zahlreiche Erlasse überliefert, die z.B. verlangten, eine bestimmte Anzahl Spatzenköpfe abzuliefern. Denn sie fraßen das Getreide auf den Feldern und waren in der vormodernen Mangelgesellschaft ein ernsthafter Konkurrent um lebenswichtige Nahrungsmittel.

Ob der Spatz seinen schlechten Ruf verdient hat, können Sie in der Folge „Radiowissen“ zu den Spatzenkriegen erfahren. Im Museum (oder aus dem Katalog „Hund und Katz – Wolf und Spatz“) erfahren Sie noch mehr darüber, wie Menschen in vergangenen Zeiten ihr Zusammenleben mit Tieren zu gestalten versuchten.

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Täglich von 10.00 - 18.00 Uhr (Letzter Einlass: 17:15 Uhr)

Burggasse 3-5
91541 Rothenburg ob der Tauber

Erwachsene: € 10,50
Rentner: € 9,50
Studenten: € 7,50
Schulkinder (ab 6 Jahren): € 6,00
Kinder unter 6 Jahren: frei
Familienticket (2 Erwachsene und Kinder zwischen 6 und 17 Jahren):€ 26,50
Gruppen ab 20 Personen (p.P.): € 9,50
Hunde: frei (bitte an der Leine führen)