8. Juli – 18.30 Uhr – Fest-Vortrag im Kriminalmuseum

„NS-Juristen in der frühen Bundesrepublik“

Prof. Dr. Christoph Safferling

Seit etlichen Jahren beschäftigen sich Politik und Wissenschaft besonders intensiv mit dem Übergang vom Nationalsozialismus zum demokratischen Rechtsstaat in Behörden, Gerichten und Ministerien. In zwei Studien wurde zunächst das Bundesjustizministerium (Die Akte Rosenburg, 2016) und anschließend noch die Bundesanwaltschaft (Staatsschutz im Kalten Krieg, 2021) auf personelle und sachliche Kontinuitäten hin untersucht. Die Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Ende der 1950er Jahren in beiden Einrichtungen mehr als 75% ehemalige NSDAP-Mitglieder beschäftigt waren. Dieser Umstand blieb auch nicht ohne Konsequenzen auf die Sacharbeit, wenn etwa die strafrechtliche Verfolgung von NS-Verbrechen offensiv verhindert wurde, während im Staatsschutz nahtlos an die Verfolgung von Kommunisten angeknüpft wurde. Bis die Liberalisierung der West-Deutschen Gesellschaft auch in der Regierung Fuß fassen konnte, musste letztlich auch das NS-belastete Personal gehen. Einer der Autoren beider Studien, der Erlanger Strafrechtsprozessor Christoph Safferling, berichtet über seine Ergebnisse und stellte dabei auch einige interessante Biographien vor.

Beginn: 18.30 Uhr
Ort: Johanniterscheune Kriminalmuseum
Eintritt frei

 

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