Geschichte des Museums

Geschichte der Sammlung und des Museums

Die Sammlung geht zurück auf eine kleine Privatsammlung des Verlegers und Archivars Karl Albrecht Ende 19./Anfang 20. Jh. Diese war als sog. „Rothenburger Folterkammer“ im Turm des Burghotels in der Klostergasse untergebracht und orientierte sich an der weltbekannten Nürnberger Folterkammer-Ausstellung von G.F.Geuder. Die Sammlung „Rothenburger Folterkammer“ nebst Gebäude wurde von dem Künstlerehepaar Ernst Paul Hinckeldey und Marta Hinckeldey-Wittke übernommen, ausgebaut und museal präsentiert. Seit den 1950er Jahren führten deren Sohn Christoph Hinckeldey und seine Frau Hildegard die Sammlung fort und vergrößerten die Ausstellungsfläche zunächst um den Keller des Burghotels. Der konsequente Ausbau der Sammlung und die Erweiterung der Ausrichtung des Museums zu einem umfassenden Rechtskundemuseum für den deutschsprachigen Raum machten eine erneute räumliche Vergrößerung des Museums in den 1970er Jahren unumgänglich. 1977 erfolgte deshalb der Umzug in die ehemalige Johanniterkomturei Rothenburgs in der Burggasse.

Die Stiftung Mittelalterliches Kriminalmuseum

Ende 1993 wurden seitens der Stifterfamilie das Museumshauptgebäude und Teile der Sammlung sowie seitens der Stadt Rothenburg die angrenzende Johanniterscheune in eine Stiftung öffentlichen Rechts mit Sitz in Rothenburg ob der Tauber überführt. Stiftungszweck ist neben dem Betrieb des Museums die Wissenschaftsförderung und Forschung. Nach dem Tod des Stifters Christoph Hinckeldey übernahm Dr. Karl-Heinz Schneider die Leitung des Mittelalterlichen Kriminalmuseums. In den Jahren 1994 bis 1996 wurde die Johanniterscheune denkmalgerecht restauriert und seit 1997 für den Museums-, Ausstellungs-, Tagungs- und Cafeteriabetrieb genutzt. Seit Juni 2013 leitet Dr. Markus Hirte, LL.M. das Mittelalterliche Kriminalmuseum.

Mittlerweile umfasst das Mittelalterliche Kriminalmuseum ca. 50.000 Exponate aus über 1.000 Jahren deutsche und europäische Rechtsgeschichte und zählt zu den bedeutendsten und beliebtesten Rechtskundemuseen in Deutschland und Europa.

Geschichte des Gebäudes

Das Mittelalterliche Kriminalmuseum befindet sich in der ehemaligen Rothenburger Johanniterkomturei, die zwischen 1393 und 1410 zusammen mit der angrenzenden St. Johannis Kirche errichtet wurde. Im Jahre 1718 erfolgte der Umbau des Gebäudes in den noch heute erkennbaren Barockstil. Im Zuge der Säkularisierung fiel das Gebäude Anfang des 19. Jhs. an das Kurfürstentum Bayern (ab 1806 Königreich Bayern) und beherbergte das königlich bayerische Bezirksamt, ab 1919 dann das Landratsamt des Landkreises Rothenburg. Im Zuge der Landkreisreform und Auflösung des Landkreises Rothenburg im Jahr 1972 wurde das Haus nicht mehr als Verwaltungsgebäude benötigt und an die Familie des Stifters verkauft. Nach umfangreichen Restaurierungs- und Umbauarbeiten zog das Mittelalterliche Kriminalmuseum 1977 in das Gebäude.

Kriminalmuseum in der Klostergasse (Eisenmann 1960)Kriminalmuseum in der Burggasse (Grunwald 2014)

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